SchuB - ein pädagogisches Juwel

SchuB ist die Abkürzung für Schule auf dem Bauernhof. SchuB bringt Schub in den Unterricht. Schülerinnen und Schüler lernen den Schulstoff nicht im Klassenzimmer, sondern auf dem Bauernhof. Durch das praktische Erleben trainieren sie ihre Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz.

Vom Korn bis zum Brotteig
Vom Korn bis zum Brotteig
Vom Rind und Schwein bis zur Bratwurst
Vom Rind und Schwein bis zur Bratwurst

SchuB Schweiz feiert 2015 das 30jährige Jubiläum

Seit 30 Jahren wird Schule auf dem Bauernhofin allen Teilen der Schweiz auf rund 400 Betrieben erfolgreich angeboten.

Das Oberwallis feierte das Jubiläum mit und lud zwei Schulklassen auf den Biohof von Bernhard und Trudy Kalbermatter in Niedergesteln ein. Die Schülerinnen und Schüler, der Lehrer und die Lehrerin sowie geladene Gäste aus dem Schulbereich bekamen den Weg des Getreides (Vom Korn zum Brot) und den Weg des Fleisches (vom niedlichen Jungtier bis zum schlachtreifen Rind) mit. Die Oberwalliser SchuB-Anbietenden brachten den Lernenden in Theorie und Praxis auf spielerische und erlebnisreiche Art alles bei, was die beiden Wege beinhalten. Im Rahmen von Schule auf dem Bauernhof sind weitere Themenweg zu erleben, etwa der Weg der Wolle, des Eis, der Kartoffel, der Biodiversität, des Bodens und der Milch. Von der Güte des Programms liess sich auch der Walliser Bildungsminister, Staatsrat Oskar Freysinger überzeugen. Er will denn auch Schule auf dem Bauernhof im Rahmen des Bildungsprogramms fördern.

Ein aufmerksames Publikum für Staatsrat Freysinger
Ein aufmerksames Publikum für Staatsrat Freysinger

Rund 400 SchuB-Betriebe in der Schweiz und seit 2013 auch acht Betriebe im Oberwallis stellen ihre Höfe als Lernorte für Schulklassen aller Stufen zur Verfügung. Alle Höfe erfüllen die vorgegebenen Sicherheitsbestimmungen. Wichtig ist, dass die Lehrperson den Aufenthalt auf dem Bauernhof thematische in ihren Unterreicht einbettet und konkrete Lernziele verfolgt. Die SchuB-Tage werden von der Lehrperson und den Bauernfamilien gemeinsam geplant, vorbereitet, durchgeführt und später auch ausgewertet.

Im Oberwallis ist die Oberwalliser Landwirtschaftskammer Ansprechpartner für die Bauernbetriebe und die Lehrpersonen. Gesamtschweizerisch wird SchuB durch das Nationale Forum SchuB koordiniert und durch den Landwirtschaftlichen Informationsdienst betreut. SchuB-Bäuerinnen und – Bauern werden speziell geschult. Die Qualitätssicherung erfolgt durch regelmässige Austauschtreffen und gezielte Weiterbildung. Für Lehrerinnen und Lehrer steht ein vielfältiges Angebot an Fortbildungskursen und Arbeitsmaterialien zur Verfügung

Die Schub-Anbieter im Oberwallis

Ammann Gabriel
Lerchenhof
3946 Turtmann
078 789 24 14
gabriel@lerchenhof.ch

Duran Monica
Schulhausstrasse 8
3953 Leuk
079 418 84 73
duran@vtxnet.ch

Felicitas und Lothar Fasel
Ibrichgasse 5
3935 Bürchen
079 683 17 38
felicitas_1810@hotmail.com

Daniela Imhof und Jörg Schwank
Hof Schmeli
Termerweg 10
3900 Brig
027 923 00 51
hofschmeli@hofschmeli.ch

Bernhard und Trudy Kalbermatter
Obergeschstrasse 26
3942 Niedergesteln
079 433 45 08
kalbermatter.beni@bluewin.ch

Siegfried Oggier
Holzgasse 66
3902 Brig-Glis
079 725 99 36
siegfried.oggier@gmail.com

Daniel und Karin Ritler
Danis Lamm
Ried
3919 Blatten (Lötschental)
079 217 57 51
info@danis-lamm.ch

Herbert Volken
Gutsbetrieb
Landwirtschaftszentrum
3930 Visp
079 643 60 11
herbert.volken@admin.vs.ch

Kontakt im Wallis

Nationales Forum SchuB

Kontakt im Wallis

Oberwalliser Landwirtschaftskammer OLK
Rosmarie Ritz, Geschäftsstelle OLK
Talstrasse 3, 3930 Visp
Tel: 027 945 15 71
info@olk.ch

Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID
Res Aeschbacher
Projektleiter SchuB
Weststrasse 10, 3000 Bern 6
Tel: 031 359 59 77; Mobile: 079 239 38 79
aeschbacher@lid.ch

SchuB – Schule zum Anfassen

Statt den Lernstoff „Konsumieren und Produzieren – das Leben auf dem Bauernhof“ etwas „trocken“ im Schulzimmer zu vermitteln, wird der Unterricht an den Ort des Geschehens verlegt. Dahinter steht die Überzeugung, dass Kinder für ihre Entwicklung Sinneserlebnisse brauchen. Es mangelt ihnen nicht an Interesse, aber an Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu machen. Diese Lücke schliesst SchuB mit seinem Angebot. Kinder die praktisch mitgeholfen haben, die Kühe zu füttern, Ziegen auf die Weide zu treiben, Kartoffeln zu pflanzen oder Früchte zu ernten, erkennen die Zusammenhänge einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion und schauen fortan das Essen auf ihren Tellern mit anderen Augen an.

Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Die Angebote von Schule auf dem Bauernhof basieren auf der Idee der Reformpädagogik, dem ganzheitlichen Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ und lehnen sich an die Lehrpläne der verschiedenen Stufen. Behandelt eine Schulklasse das Thema „Vom Gras zur Milch“ kann sie es mit SchuB umsetzen. Die Kinder erleben das typische Bauernhoftier Kuh im Stall, dürfen es streicheln: „So weich habe ich mir das Fell nicht vorgestellt“, helfen misten: „Wäh, wie das stinkt!“, geben mit der Heugabel Futter in die Krippe „Wow, ist das anstrengend“ sind dabei, wenn die Melkmaschine angesetzt wird und kosten hernach mit unterschiedlicher Begeisterung ein Glas kuhwarme Milch. Gleichzeitig beantwortet die Bauernfamilie Fragen und informiert über wichtige Fakten: Zum Beispiel, wie viele Liter Milch eine Kuh pro Tag liefert, wie viel das einbringt oder was die Haltung von Milchkühen für einen Bauernbetrieb bedeutet.