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Braunvieh und Bundesrat

12.12.2017
Der Anfangsbuchstabe ist vorläufig die einzige Gemeinsamkeit von Braunvieh und Bundesrat!

An der Delegiertenversammlung vom 9. Dezember von Braunvieh Wallis konnte Präsident Beat Imhof der Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik nicht viel Gutes abgewinnen. Der Agrarminister ortet dabei im Papier Handlungsbedarf bei der Marktöffnung. Die Landwirtschaft müsse Konzessionen machen, damit die übrige Wirtschaft konkurrenzfähig bleibe.

Die Betriebe müssten wettbewerbsfähiger werden. Dazu brauche es Innovation und ein stärkerer Strukturwandel: Statt 1.2% Bauernsterben pro Jahr müssten laut bundesrätlichem Handlungsbedarf 3% ins sprichwörtliche Gras beissen). Schliesslich ortet der Bundesrat auch Handlungsbedarf bei der Umwelt: Der ökologische Fussabdruck müsse kleiner werden. Sprich: Es soll weniger Dünger- und Pflanzenschutzeinsatz geben.

Was der Agrarminister und der gesamte Bundesrat da als Vision präsentiere, erscheint in den Augen von Präsident Imhof als eine unausgegorene Auswahlsendung, ja ein Frontalangriff auf gesamte Landwirtschaft. Der Bundesrat will damit eine innovativere, unternehmerischere, produktivere, umweltschonendere, ressourceneffizientere, kostengünstigere, wettbewerbsfähigere und natürlich auch noch nachhaltigere Landwirtschaft schaffen. Wie das Alles unter einen Hut gebracht werden soll, bleibt von Bundesseite her im Dunkeln. Klar ist einzig: Alles wird kostengünstiger und unbürokratischer. Da freut sich doch die gesamte Landwirtschaft darauf! Oder etwa nicht?

Dass das Landwirtschaftsjahr 2017 nicht nur dem Wein, sondern auch dem Futterbau arge Schäden und einen Ernteausfall von 20 bis teilweise 50% eintrug, beeindruckte nicht alle Amtsstellen.

Das Braunviehvereinsjahr war geprägt von der Durchführung der Schweizerischen Braunviehausstellung «BRUNA 2017» vom 7./8. April 2017 in Zug. Das Wallis durfte 2 OB-Rinder, eine 100’000er Kuh und fünf Kühe in Laktation ausstellen. Sie trugen einen Kategoriensieg, einen dritten Platz sowie zwei fünfte Plätze davon und machten so beste Werbung für das Walliser Braunvieh. Am 6. Mai 2017 dürfte der Viehzuchtverein Simplon sein 100jähriges Bestehen feiern. Im Juli machte «Braunvieh bi de Lüt» auf der Belalp Halt. Der Ausflug zog viele Braunviehzüchter aus der Schweiz und dem Wallis an.

An der Vereinsversammlung konnten zudem die Kuh SARA von Heinen René und Marcel aus Grengiols für 100 000 kg Milch und die Kuh GINA von Sepp Zurfluh aus Fieschertal für 85 0000 kg Milch geehrt werden.

Mit grosser Kompetenz brachte im Anschluss an die Versammlung Martin Rust, der Vizedirektor von Braunvieh Schweiz, den interessierten Walliser Züchtern das Thema «Genomik im Stall» näher. Er kam zum Schluss, dass die genomische Zuchtwertschätzung für den Landwirt und die Zucht eine Chance ist, die vor allem bei Selektion, Anpaarung und Erbfehler-Früherkennung einen hohen Nutzen darstellen kann.